Was ist zu tun, um diese wunderbaren Lebewesen vor dem sicheren Artentod zu bewahren?

Erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurden erste Naturschutzmaßnahmen in Russland eingeleitet, um der kritischen Situation der Amur-Leoparden zu begegnen.

Als die Sowjetunion zerfiel, verschlimmerten sich die Probleme der Samtpfoten ein weiteres Mal. Die Öffnung der Grenzen führte zu einem Anstieg der Wilderei und des Rohstoffabbaus. Auf der anderen Seite war es nun Naturschutzorganisationen möglich, aktiv zu werden.

Heute arbeiten diverse Naturschutzorganisationen an Schutzmaßnahmen zur Rettung der Leoparden.

Erweiterung der Schutzgebiete und Verbesserung des Schutzstatus.

So gibt es einen Plan für das ‚Land of Leopards’. Dieses Projekt sieht eine Zusammenführung der drei Hauptgebiete vor in welchem sich die Leoparden heute noch aufhalten.

Es sind Zapovednik ‚Kedrovaya Pad’, Barsovii und das Borisovskoe Plateau. Würden die drei Gebiete zusammengelegt werden, würde dies einer Fläche von insgesamt 188200 Ha entsprechen, ungefähr 40% des derzeitigen Leoparden-Lebensraumes.

Da jedoch alle drei Gebiete unterschiedlichen Ministerien unterstehen, ist ein erheblicher Papieraufwand und Überzeugungsarbeit seitens lokaler Naturschutzorganisationen, wie beispielsweise WWF Russland, Vladivostok, unerläßlich. So werden immer wieder in regelmäßigen Abständen Briefe an die zuständigen Ministerien geschrieben, um das Projekt voranzutreiben.

Einzig Kedrovaya Pad bietet derzeit einen ausgewiesenen, permanent geschützten Lebensraum für die Leoparden. Sind sowohl Barsovii als auch das Plateau schlecht organisierte und finanzierte Gebiete, so trifft man bei Kedrovaya Pad auf klare Zuständigkeiten und Ansprechpartner. Und es ist nur zu hoffen, daß Kedrovaya Pad die Federführung für das ‚Land of Leopards’ erhalten wird.

Darüber hinaus arbeiten die Naturschutzorganisationen an einer russisch-chinesischen-koreanischen Kooperation und an Schutzgebieten auch auf chinesischer Seite. So gab es im September 2007 Besuch von 30 chinesischen Studenten, welche ein Festival für das ‚Land of Leopards’ besucht haben.

Wenn man die politischen Umstände auch in Hinblick auf Nordkorea bedenkt, so ist es eine ganz erhebliche Aufgabe die dort zu bewältigen ist.

Beendigung der Wilderei und des illegalen Handels mit den Amur-Leoparden, sowie deren Beutetiere.

So haben Organisationen wir TIGRIS eine Antiwilderergruppe ins Leben gerufen, welche mit dem deutschen Schäferhund ‚Nadezjda’ arbeitet und welche das Gebiet Barsovy durchstreift.

Außerdem wird an einem besseren Wildtiermanagement gearbeitet und in Zusammenarbeit mit örtlichen Jägern soll eine Überjagung der Beutetiere gestoppt werden. Darüber hinaus wurden Aufforstungsprojekte ins Leben gerufen.

Öffentlichkeitsarbeit ist ein ebenfalls wichtiger Punkt auf der Agenda ‚Rettung des Amur-Leoparden’. So hat beispielsweise der WWF vor Ort ein Besucherzentrum eingerichtet, in welchem Informationen gegeben und Filme gezeigt werden u.a. über die Zählung und die Bestandsaufnahme der Tiere mittels des so genannten ‚Monitorings’ und auch, welche Gebiete und Territorien die Tiere über einen längeren Zeitraum benutzten.

All diese Schutzmaßnahmen dienen in erster Linie der Erhaltung und Stabilisierung der noch bestehenden Population von 25-34 Tieren.

Der Aufbau einer neuen Gründerpopulation erscheint jedoch unerläßlich, um die Tierart vor dem sicheren Artentod zu bewahren.

Organisationen, wie beispielsweise WCS arbeiten derzeit an einem Auswilderungsprojekt, d.h. Etablierung einer neuen Leoparden-Gruppe, welche aus in Zoos zur Welt gekommenen Tieren bestehen soll.

Die Amur-Leoparden leben seit 1961 in Zoos und das internationale Zuchtbuch besteht seit 1974. Alle Tiere gehen aus einer Zucht von 10 Leoparden hervor, welche aus der Wildnis stammen und europäische Zoos haben nur 10 Individuen, welche als reinrassige Amur-Leoparden gelten. 6 davon leben im Zoo in Moskau.

200 Tiere sollten eigentlich ausreichen, um eine genetisch stabile Zuchtgruppe zu erhalten. Jedoch ist bekannt, daß während der frühen Zuchtjahre, unbeabsichtigt ein Leopard einer anderen Unterart, als Zuchtkater eingesetzt wurde und ein ‚Raus-Züchten’ ist nicht mehr möglich. Sollte es dennoch in irgendeiner Form machbar sein, diesen ‚Fehler’ gänzlich verschwinden zu lassen, würde es 10 Generationen, bzw. ca. 50 Jahre dauern.

Alle guten Zuchtprogramme versuchen, die Tiere so reinrassig wie möglich zu halten. In diesem speziellen Fall ist es jedoch so, daß es nicht ausreichend reinrassige Tiere gibt und somit, auch um Inzucht zu vermeiden, eben möglicherweise zusätzlich auf diese Hybrid-Katzen zugegriffen werden müßte.

Es bleibt abzuwarten, ob die zuständigen Personen aus Russland diesen Aspekt akzeptieren können.

Übrigens ist es erst kürzlich aufgefallen, daß es Unterschiede zwischen den in Freiheit und den in Zoos lebenden Tieren gibt. Vermutlich ist dies einzig auf die Untersuchung der Gene zurückzuführen.

Des Weiteren ist zu klären, welches Gebiet ausreichend Schutz und einer neuer Gruppe ein passendes Umfeld bieten könnte. Z.B. wurde in diesem Zusammenhang bereits das ‚Land of Leopards’ genannt oder der ‚Lazovskij Nationalpark’, welcher sich an der Küste zum Japanischen Meer befindet.

Auch erfordert dieses Projekt genaue Informationen über die Amur-Leoparden und ihr Verhalten, sowie ein fähiges und kompetentes Team, welches dieses Projekt umsetzen kann.

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Eine Antwort auf Was ist zu tun, um diese wunderbaren Lebewesen vor dem sicheren Artentod zu bewahren?

  1. scherf sagt:

    es ist jedenfalls ein Anfang

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